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Katja Keul

Mitglied des Bundestags

Strafrecht – Meldungen vor Mai 2017

Aktuelle Meldungen

Einführung der elektronischen Strafakte

Letzte Woche durften wir erleben, wie kriminelle Elemente mit dem größten Cyberangriff der Geschichte weltweit Krankenhäuser und sonstige sensible Infrastruktur lahmlegten, um Lösegeld für die Freigabe der Daten zu erpressen.

Die Einführung der elektronischen Akte auch im Strafverfahren ist zwar ein hehres Ziel und kann am Ende, wenn sie gelingt, vielleicht sogar eine Arbeitserleichterung in der Praxis erbringen. Der Nutzervorteil muss aber im Verhältnis stehen zu den Risiken, die durch die elektronische Akte entstehen – und davon sind wir heute noch weit entfernt.

Lesen Sie meine Rede zur elektronischen Strafakte hier>>>

Rede zum Stalking

Gestern hat der Bundestag in zweiter und dritter Lesung das Gesetz zur Verbesserung des Schutzes gegen Nachstellungen verabschiedet. Ziel der Gesetzesänderung soll ein besserer gerichtlicher Schutz von Opfern vor ihren Stalkern sein. Diesem Ziel wird der Gesetzentwurf aus meiner Sicht leider nicht vollumfänglich gerecht.

Lesen Sie meine Rede zur zweiten und dritten Lesung hier >>>

Lesen Sie meine Rede zur ersten Lesung hier>>>

Verbesserung des Schutzes gegen Nachstellungen

Heute habe ich im Plenum zum Thema Stalking geredet und habe mich in meiner Rede auf den Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Verbesserung des Schutzes gegen Nachstellungen konzentriert. "Es hat sich gezeigt, dass es nach der geltenden Gesetzeslage für Opfer von Nachstellungen oft schwierig ist, wirkungsvollen gerichtlichen Schutz zu erlangen. Allerdings ist nicht jede Verschärfung von Strafrecht gleichzusetzen mit einem besseren Opferschutz."

Lesen Sie den Text meiner Rede hier >>>

Fahrverbote im Strafrecht verfassungsrechtlich bedenklich

PRESSEMITTEILUNG zur Aufforderung von Bundeskanzlerin Merkel an Justizminister Maas, zügig einen Gesetzentwurf vorzulegen, durch den Fahrverbote als eigenständige Sanktion im allgemeinen Erwachsenen- und Jugendstrafrecht eingeführt werden:

 Der Unsinn von Fahrverboten als zusätzliche Sanktionen im Strafrecht wird nicht dadurch besser, dass ihn nun auch Bundeskanzlerin Merkel fordert. Diese Pläne bleiben nicht nur ungerecht, sondern sind auch verfassungsrechtlich bedenklich. Ein Fahrverbot kann nicht individuell schuldangemessen ausgestaltet werden, wie es bei Geldstrafen möglich ist, deren Höhe sich an dem Einkommen des Verurteilten orientiert.

 Ein Fahrverbot würde zudem die faktische Ungleichbehandlung der bestehenden Fahrverbotsregelung noch verstärken: Was auf dem Lande existenzbedrohlich wirken kann, belastet einen Bewohner einer mit öffentlichen Verkehrsmitteln versorgten Metropolregion wenig. Auch wird möglicherweise benachteiligt, wer keine Fahrerlaubnis hat und dadurch auch keine Freiheitsstrafe abwenden kann.

 Auch die Vorstellung, Unterhaltspflichtige durch den Entzug des Führerscheins zu motivieren, Kindesunterhalt zu zahlen, ist besonders absurd. Die überwiegende Zahl der Unterhaltspflichtigen wird schon deshalb nicht zur Zahlung verurteilt, weil sie schlicht nicht leistungsfähig ist. Oder die Zwangsvollstreckung scheitert an den Pfändungsfreigrenzen. All diese Fälle sind zudem strafrechtlich nicht relevant – es sei denn man kann die Verschleierung von anderweitigem Einkommen nachweisen. Durch den Entzug von Mobilität werden die Erwerbsaussichten der Unterhaltspflichtigen jedenfalls in keinem Fall besser.

Grüne drängen auf schnelle Entschädigung verurteilter Homosexueller

Ich habe zusammen mit meinem Kollegen Volker Beck einen Gesetzentwurf erarbeitet, der die vollständige Rehabilitierung von Menschen vorsieht, die nach dem damaligen § 175 Strafgesetzbuch (StGB) aufgrund ihrer Homosexualität von deutschen Gerichten verurteilt wurden. 22 Jahre nach Abschaffung des § 175 StGB am 11. Juni 1994, ist diese Rehabilitierung längst überfällig.

Zudem bringen wir einen Antrag in den Bundestag ein, der vorsieht, einen Entschädigungsfonds für diese unschuldig Verurteilten vorsieht. Lesen Sie hier die Berichterstattung über diese Initiativen:

ZEIT Online am 25.10.2016: Grüne bringen Gesetzentwurf zu weitergehender Entschädigung Homosexueller ein 

Süddeutsche Zeitung am 08.08.2016: Grüne drängen auf schnelle Entschädigung verurteilter Homosexueller 

taz vom 08.08.2016: Die Grünen machen Druck 

Deutsche Welle am 08.08.2016: Grüne wollen Entschädigung für in Nachkriegszeit bestrafte Homosexuelle

Stalking: Mehr Opferschutz statt diffuse Strafverschärfung

PRESSEMITTEILUNG zum heutigen Kabinettbeschluss des Gesetzentwurfs der Bundesregierung zum Schutz gegen Nachstellungen:

Nachstellungen durch sogenannte Stalker können eine schwere Beeinträchtigung der eigenen Lebensführung bedeuten. Ob allerdings die von Justizminister Maas vorgeschlagene Ausweitung des Straftatbestandes der Nachstellung Abhilfe schaffen wird, ist äußerst zweifelhaft.

Es greift zu kurz, symbolhafte Strafverschärfungen mit Opferschutz gleich zu setzen. Es hilft niemandem, wenn ein jetzt schon unbestimmtes Delikt durch noch unbestimmtere Tatbestandsmerkmale wie die bloße „Geeignetheit“ einer Handlung zur Beeinträchtigung der Lebensgestaltung des Opfers erweitert wird. Mit dem Vorschlag von Minister Maas wird der Anwendungsbereich des Stalking-Paragrafen bedenklich weit gefasst. Es ist zu befürchten, dass nicht nur strafwürdige Fälle darunter fallen, sondern darüber hinaus Verhaltensweisen in den Bereich der Strafbarkeit gedrängt werden, die gar nicht erfasst werden sollen. Beispielsweise könnten Journalisten, die sich zur Aufdeckung von Missständen in die Nähe von anderen Personen begeben, in die Gefahr geraten, wegen Nachstellung verfolgt zu werden.

Stattdessen sollte das Gewaltschutzgesetz näher überprüft werden, um alle möglichen Erscheinungsformen von Nachstellung umfänglich zu erfassen. Verfügungen nach dem Gewaltschutzgesetz können hier flexiblere, effektivere und schnellere Abhilfe schaffen, als ein Strafverfahren. Und wer gegen einstweilige Anordnungen nach dem Gewaltschutzgesetz verstößt, kann am Ende ebenfalls strafrechtlich geahndet werden.

Positiv am Gesetzentwurf ist, dass eine Strafbarkeit für Verstöße gegen Verpflichtungen des Stalkers eingeführt wird, denen er im Rahmen eines Vergleichs mit dem Opfer nach dem Gewaltschutzgesetz zugestimmt hat. Ebenso ist die Umwandlung des Privatklagedeliktes in ein Antragsdelikt durchaus zu begrüßen.

Nein heißt endlich Nein!

Vor zwei Jahren hat der Bundesverband Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe (bff) eine Fallsammlung zu bestehenden Schutzlücken im deutschen Sexualstrafrecht vorgelegt. Die bff-Vertreterin Katja Grieger (hinten, links) und Rechtsanwältin Christina Clemm (hinten, Mitte) hatten diese Fallsammlung mitverfasst und der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Deutsche Juristinnenbund (djb) erkannte ebenfalls den Handlungsbedarf im Strafgesetzbuch und Staatsanwältin Dagmar Freudenberg vom djb (vorne, rechts) ist unserer Einladung zu entsprechenden Fachgesprächen gleich mehrfach gefolgt und hat den Prozess mit ihrer Expertise bereichert.

Reform des § 177

In einer namentlichen Abstimmung haben alle Abgeordneten für die Einführung des Grundsatzes „Nein heißt Nein“ im Sexualstrafrecht gestimmt. Doch leider konnten wir einem Großteil des Gesetzes nicht zustimmen, da die Bundesregierung sich nicht mit der Reform des § 177 StGB begnügt hat.

Aus meiner Rede: „Stattdessen haben Sie mal wieder ein Koalitionspaket geschnürt, in dem sich auch die CSU mit einem ebenso populistischen, wie verfassungswidrigen Straftatbestand verewigen durfte. Mit dem neuen § 184 j wollen Sie allen Ernstes eine Gruppenzugehörigkeit unter Strafe stellen. Sowas geht in unserer Rechtsordnung gar nicht und das ist auch gut so.“

Lesen Sie meine Rede hier >>>

Audiodatei: Interview im Deutschlandfunk

Rede zur Bekämpfung von Menschenhandel

..."und ich würde an dieser Stelle gerne sagen: Was lange währt wird endlich gut. Aber das kann ich leider nicht. Die wenigen Verbesserungen in Ihrem Gesetz können die Mängel an anderen Stellen und vor allem die fehlenden weiteren Maßnahmen zum Opferschutz nicht aufwiegen"...

Lesen Sie meine Rede hier >>>

Nein heißt Nein - Debatte im Bundestag über den grünen Gesetzentwurf zum Sexualstrafrecht

Schon seit Ende des letzten Jahres weigert sich die Große Koalition, eine öffentliche Anhörung über den grünen Gesetzentwurf zum Sexualstrafrecht durchzuführen. Damit kann die parlamentarische Beratung dieses Gesetzes nicht abgeschlossen werden. Noch immer kann die Istanbul-Konvention gegen Gewalt gegen Frauen von Deutschland nicht ratifiziert werden und der Opferschutz bleibt weiterhin auf der Strecke. 

Wir haben diesen Skandal heute im Bundestag thematisiert. Wir treten dafür ein, dass bei sexuellen Kontakten ein NEIN respektiert werden muss – ausnahmslos.

Sehen Sie meine Rede hier >>>

Bereits gestern haben Britta Haßelmann und ich Fragen zum Gesetzentwurf der Bundesregierung an Bundesjustizminister Heiko Maas gestellt, der mit seinen Forderungen deutlich hinter unserem Gesetzentwurf zurück bleibt.

Sehen Sie unsere Fragen aus der Regierungsbefragung hier >>>

Lesen Sie meinen Text zum Problem der Erheblichkeitsschwelle hier >>>

Rede zur Reform des Sexualstrafrechts

„Das hehre Ziel, endlich die Istanbul Konvention umzusetzen und nicht einverständliche sexuelle Handlungen unter Strafe zu stellen, ist komplett verfehlt.

Dazu wäre es erforderlich gewesen, den Tatbestand des Paragrafen 177 Strafgesetzbuch von Grund auf neu zu fassen und so zu formulieren, dass es weder auf eine Nötigungshandlung des Täters, noch auf den Widerstand des Opfers ankommt.“

Lesen Sie meine Rede hier >>>  / Sehen Sie die Aufzeichnung meiner Rede hier >>>

Schutz vor sexueller Misshandlung und Vergewaltigung

... „Es muss den Opfern künftig erspart werden, dass das Verfahren trotz erwiesenem und erkennbar entgegenstehendem Willen eingestellt werden muss und den Tätern damit noch nachträglich staatlicherseits attestiert wird, dass sie das Recht auf ihrer Seite hatten. Wer erkannt hat, dass der andere den Verkehr nicht will, macht sich nach unserem Vorschlag strafbar, wenn er diesen trotzdem durchführt. Unser Gesetzentwurf stellt damit klar: Nein heißt Nein."...

Text meiner Rede >>>  –  Videoaufzeichnung der Rede >>>  – Unser Gesetzentwurf >>>

Untersuchungsausschuss zur Edathy-Affäre abgeschlossen

Wer hat die SPD-Spitze über die Ermittlungen gegen Sebastian Edathy informiert und wie wurden die Informationen dort genutzt. Mit diesen Fragen hat sich der Untersuchungsausschuss des Bundestages mehr als ein Jahr beschäftigt und seinen Abschlussbericht vorgelegt. Vieles konnte aufgeklärt werden, entscheidende Details aber bleiben weiterhin im Dunkeln, da ein Hauptprotagonist, der SPD-Abgeordnete Michael Hartmann, weiterhin zu seiner Beteiligung schweigt. Aus unserer Sicht hat sich zweifelsfrei geklärt, dass Edathy durch Hartmann gewarnt wurde. Nicht geklärt ist lediglich, woher Hartmann seine Informationen erhielt. 

Vertreter von BKA, Bundesregierung und SPD beriefen sich leider immer wieder auf Erinnerungslücken. Erkenntnisse, die von Abgeordneten aller Fraktionen im Laufe des Ausschusses geäußert wurden, schafften es dann doch nicht in den Abschlussbericht, weshalb wir Grünen ein Sondervotum zum Hauptbericht abgegeben haben. Leider sieht auch die Bundesregierung keinerlei Grund, Konsequenzen aus den Erkenntnissen dieser Untersuchung zu ziehen, wie sie in ihrer Antwort eine Kleine Anfrage meiner Fraktion bekannt gab. Meine Fraktion wird sich trotzdem weiterhin dafür einsetzen, dass die wichtigen Erkenntnisse des Ausschusses nicht ohne Folgen bleiben werden.

Lesen Sie den Abschlussbericht mit unserem Sondervotum hier >>>

Wenn Sie sich nur für das Sondervotum interessieren, lesen Sie es hier >>>

Lesen Sie unsere Kleine Anfrage hier >>>

In der Debatte um die Sterbehilfe setze ich mich für eine Beibehaltung der Straffreiheit ein

An diesem Mittwoche, den 23. September 2015, hat im Bundestag die Anhörung zum Thema Sterbehilfe stattgefunden.

Mein Antrag „Keine neuen Straftatbestände bei Sterbehilfe“ hat leider nicht die erforderliche Anzahl von Unterstützerunterschriften aus dem Kreis der Abgeordneten erhalten und war somit nicht offizieller Bestandteil der Beratung im Bundestag am 02. Juli 2015. Meine Position konnte ich trotzdem in meiner Rede verdeutlichen, die ich zu Protokoll gegeben habe.

Jetzt hat der Wissenschaftliche Dienst des Bundestages meine verfassungsrechtlichen Bedenken gegen die vorgeschlagenen Straftatbestände bestätigt.

Lesen Sie das Gutachten zu den Gesetzentwürfen Künast et al. und Hintze et al. hier >>> und das Gutachten zum Gesetzentwurf Brand et al. hier >>>

Lesen Sie meine Rede hier >>>

Lesen Sie meinen Antrag hier >>>

 

In einem Interview erfragte der Journalist Timot Szent-Ivanyi meine Auffassungen zu den Gesetzentwürfen zur Sterbehilfe. Die Berliner Zeitung und die Frankfurter Rundschau haben dieses Interview veröffentlicht.

 Interview in der Berliner Zeitung >>>

 Interview in der Frankfurter Rundschau>>>

Lesen Sie  ein Interview mit dem Strafrechtler Torsten Virrel in der Frankfurter Rundschau hier >>>

 

Lesen Sie hier einige Artikel der aktuellen Presseberichterstattung:

Die Welt

Süddeutsche Zeitung

Frankfurter Allgemeiner Zeitung

Weser-Kurier

Sehen Sie den Beitrag der Tagesschau hier >>>

Öffentliches Fachgespräch „Strafrecht und Unternehmensverantwortung“

Die Verfolgung von Korruption, Wirtschaftskriminalität und Verstößen gegen Menschen- und Umweltrechte stößt häufig an ihre Grenzen, wenn große Unternehmen beteiligt sind. In Deutschland werden Unternehmen nicht nach dem Strafgesetzbuch, sondern nach dem Ordnungswidrigkeitenrecht zur Verantwortung gezogen.

Gemeinsam mit Expertinnen und Experten aus der Praxis und Wissenschaft haben wir diskutiert, welche Rechtsänderungen sinnvoll und erforderlich wären, um in Deutschland Rechtsverstöße von Unternehmen besser ahnden zu können. Während die Strafverteidigerin und der Staatsanwalt die ordnungswidrigkeitsrechtlichen Regelungen für ausreichend hielten und das Problem eher auf Seiten der zur Verfügung stehenden Ressourcen sahen, plädierte der Wissenschaftler für eine eigenständige Neuregelung jenseits von Strafgesetzbuch und Ordnungswidrigkeitengesetz, um die jeweils für juristische Personen geeigneten Verfahrensgrundsätze zu vereinen.

In den kommenden Wochen werden wir die Erkenntnisse aus diesem Fachgespräch gemeinsam mit den Fachkollegen für Finanzen, Wirtschaft und Entwicklungszusammenarbeit auswerten.

 

 

 

Kleine Anfrage_ Pressefreiheit und Strafrecht

Anfang August gab die Bundesanwaltschaft bekannt, dass sie Ermittlungen gegen zwei Journalisten des Blogs netzpolitik.org wegen des Verdachts auf Landesverrat aufgenommen hat. Die Proteste aus Presse, Gesellschaft und Politik waren daraufhin enorm. In der Folge entließ Bundesminister Maas Generalbundesanwalt Range. Die Ermittlungen wurden bald darauf eingestellt. Es bleiben jedoch Fragen, was diese Affäre über die Pressefreiheit aussagt und welche Rolle hierbei das Strafrecht spielt. Wir haben daher eine Kleine Anfrage bei der Bundesregierung eingereicht. 

Lesen Sie die Antwort der Bundesregierung hier >>>

Nein heißt Nein - Grüne Initiative gegen Vergewaltigung

Das deutsche Sexualstrafrecht muss dringend geändert werden. Die Rechtsprechung hat deutliche Schutzlücken aufgezeigt, wenn der Täter bei sexuellen Übergriffen keine Gewalt anwendet oder mit Gefahr für Leib oder Leben droht. Ein bloßes „Nein“ des Opfers genügt nach deutschem Strafrecht – im Gegensatz zur Istanbul Konvention – nicht für die Strafbarkeit. Von der Tat Überraschte und von vornherein Wehrlose sind ebenfalls nicht vom bisherigen Tatbestand des § 177 Strafgesetzbuch erfasst. Da das Bundesjustizministerium bisher seiner Aufgabe der Umsetzung der Konvention nicht nachgekommen ist, legen wir nun einen Gesetzentwurf vor, der die aufgetretenen Schutzlücken im § 177 des Strafgesetzbuchs schließt. Nach dem Entwurf macht sich derjenige, der sich über ein ausdrücklich geäußertes „Nein“ hinwegsetzt und gegen den Willen der anderen Person sexuelle Handlungen vornimmt, strafbar.

Lesen Sie den grünen Gesetzesentwurf hier >>>

Lesen Sie den Bericht aus der FAZ vom 01.07.15 hier >>>

Reform des Sexualstrafrechts: Gut gemeint und nicht gut gemacht!

Am heutigen Freitag hat der Bundestag die Reform des Sexualstrafrechts verabschiedet.  Die Große Koalition hatte unter Missachtung aller vorher vereinbarten Verfahren am Nachmittag vor der abschließenden Ausschusssitzung eine Reihe von Änderungen bekannt gegebene. Augenscheinlich waren diese mit so heißer Nadel gestrickt, dass zahlreiche Fehler und Verschlimmbesserungen im Gesetz unbeachtet geblieben sind und auch bis zur Verabschiedung des Gesetzes nicht behoben wurden.
Zudem ist die Große Koalition bisher Konzepte zur Prävention schuldig geblieben. Außer Ankündigungen ist nichts Konkretes vorgestellt worden. Leider konnte sich die Koalition auch nicht überwinden, unsere Vorschläge hierzu in der heutigen Debatte zuzustimmen. 

Lesen Sie meine Rede hier >>>

Videoaufzeichnung >>>

Sehen Sie die Phoenix Runde zum Thema „Nacktbildern von Kindern – Wo ist die Grenze“ hier  >>>

Lesen Sie unseren Antrag "Kinder schützen - Prävention stärken" hier >>>

Edathy-Affäre: "Das bleibt schon noch spannend"

Lesen und hören Sie mein Interview im Deutschlandfunk zur heutigen Pressekonferenz und anschließenden Vernehmung Sebastian Edathys im Untersuchungsausschuss des Deutschen Bundestages hier >>>

Internes Fachgespräch bestätigt grüne Forderung nach Umsetzung der Istanbul Konvention

Deutschland hat zwar bereits 2011 die Istanbul Konvention zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen und häuslicher Gewalt unterzeichnet, die Ratifikation steht aber immer noch aus. Grund dafür ist, dass sich eine wichtige Forderung aus Artikel 36 der Konvention, die Strafbarkeit von nicht einverständlichen sexuellen Handlungen, nicht vom Tatbestand der sexuellen Nötigung (§ 177 StGB) abgedeckt ist.

Unter dem Titel „Nein heißt Nein! Welche Änderungen im Strafgesetzbuch macht die Umsetzung von Art. 36 der Istanbul-Konvention erforderlich?“ hatte die Fraktion daher vier Sachverständige zu einem internen Fachgespräch eingeladen. Die frauenpolitische Sprecherin der Fraktion, Ulle Schauws, führte ins Thema ein und stellte den gerade in die Ausschüsse überwiesenen grünen Antrag „Artikel 36 der Istanbul-Konvention umsetzen - Bestehende Strafbarkeitslücken bei sexueller Gewalt und Vergewaltigung schließen“ vor. Ich moderierte in meiner Funktion als Sprecherin für Rechtspolitik die anschließende Podiumsdiskussion.

Dagmar Freudenberg, Vorsitzende der Kommission Strafrecht im Deutschen Juristinnenbund (djb), präsentierte den Vorschlag des djb für eine systematischen Neuordnung des Sexualstrafrechts im Strafgesetzbuch. Christina Clemm, Rechtsanwältin aus Berlin, untermauerte ihre Forderung nach einer solchen Reform mit zahlreichen Fallbeispielen aus der Praxis, bei denen trotz klarer Beweislage das Verfahren eingestellt werden musste, obwohl ein Einverständnis mit der sexuellen Handlung offensichtlich nicht vorlag (bff-Fallanalyse). Prof. Jörg Eisele, Strafrechtler an der Uni Tübingen, stellte seine Überlegungen vor, wie der Tatbestand des jetzigen § 177 StGB so verändert werden könnte, dass diese Fälle erfasst würden.. Zum Abschluss schilderte Staatsanwältin Ines Karl aus Berlin eigene Erfahrungen im Bereich der Sexualdelikte und sah dabei - zwar zurückhaltend mit Blick auf die zuvor von den anderen PanelistInnen geäußerten Vorschläge – ebenfalls Reformbedarf in Hinblick auf die sogenannten „Überraschungsfälle“, in denen das Opfer den Angriff nicht abwehren kann, weil damit nicht zu rechnen war .

Fazit des Fachgesprächs: Die vier Sachverständigen sehen die Notwendigkeit, zur vollständigen Umsetzung der istanbul Konvention, insbesondere von Art. 36, Änderungen im Strafrecht durchzuführen. Die konkrete Umsetzung bedarf allerdings eines sorgfältigen Beratungsprozesses. Die Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN hat daher eine Anhörung im Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz für ihren Antrag gefordert. Bisher verweigern die Koalitionsfraktionen dafür einen konkreten Termin zu nennen – eine dreiste Verletzung der Oppositionsrechte. 

NACHTRAG: Drei Mal musste ich als grüne Obfrau im Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz beantragen, für die öffentliche Anhörung zu den gesetzgeberischen Erfordernissen einer Umsetzung der Istanbul Konvention einen Termin festzulegen. Immer wieder vertagten die Koalitionsfraktionen eine Entscheidung mit dem Hinweis, das Justizministerium werde bald einen Gesetzentwurf zum Thema vorlegen. Da das Ministerium bis heute aber dazu kein Datum vorlegen konnte, sah sich nun in der letzten Sitzungswoche 2014 die Große Koalition gezwungen, unserem Druck nachzugeben und Sachverständige für den 28. Januar 2015 einzuladen. Damit werden wir das Thema auf der Tagesordnung des Bundestags halten und hoffen, dass nun auch das Justizministerium seinen ewigen Ankündigungen endlich Taten folgen lässt.

Lesen Sie unseren Antrag hier >>>

Gut gemeint ist nicht immer gut gemacht

Lesen Sie meine Rede zu geplanten Gesetzesänderungen im Bereich des Sexualstrafrechts hier >>>

Prostituierte schützen und stärken - Die Grüne Position zur Prostitution

Am 23. September hat meine Fraktion nach langen Debatten und einem fraktionsinternen ExpertInnenfachgespräch das Positionspapier "Prostituierte schützen und stärken - Die Grüne Position zur Prostitution" verabschiedet.

Lesen Sie die Einladung zum Fachgespräch hier >>>

Lesen Sie das Positionspapier hier >>>

Wirksame Sanktionierung von Rechtsverstößen in Unternehmen

Ich habe die Bundesregierung in einer Kleinen Anfrage gefragt, wie sich aus ihrer Sicht die Rechtslage gegenüber Wirtschaftskriminalität, die nicht einzelnen Personen zugeordnet werden kann, darstellt und welche Vorhaben sie in diesem Bereich in dieser Legislaturperiode plant.

Lesen Sie die Antwort der Bundesregierung auf die Kleine Anfrage hier >>> 

Internes Fachgespräch „Nacktbilder von Minderjährigen: Entsprechen Präventionsinstrumente und Strafrecht noch den heutigen Kinderschutz-Erfordernissen?“

Anfang April veranstaltete die Bundestagsfraktion von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN ein internes Fachgespräch mit der Fragestellung „Nacktbilder von Minderjährigen: Entsprechen Präventionsinstrumente und Strafrecht noch den heutigen Kinderschutz-Erfordernissen?“. Mit Expertinnen und Experten aus Rechtswissenschaft, Ermittlungsbehörden, Kinderschutzverbänden sowie des Präventivprojektes „Kein Täter werden“ an der Berliner Charité, diskutierten wir, welche Maßnahmen notwendig sind, um die Herstellung, die Weitergabe und den Handel mit Nacktbildern von Kindern und Jugendlichen effektiv zu unterbinden, ohne gleich Familienalben zu kriminalisieren.

In der von mir moderierten Diskussionsrunde zum Thema „Strafrecht und Strafverfolgung“ stellte der Strafrechtler, Dr. Sascha Zieman von der Goethe-Universität Frankfurt am Main, seinen eigenen Vorschlag zur Änderung des Strafgesetzbuches zur Diskussion. Oberstaatsanwalt Rainer Franosch von der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt (ZIT –Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität, Außenstelle Gießen) gab Einblick in seine Ermittlungsarbeit und unterbreitete der Runde bedenkenswerte Vorschläge, wie die Arbeit der Behörden bei ihrer Ermittlungsarbeit in Sachen von Bilddarstellungen von sexuellem Missbrauch an Kindern und Jugendlichen verbessert und effektiviert werden könnte.

Sachverhalt und Kurzbewertung in Sachen Edathy

Bekämpfung der Abgeordnetenbestechung

Es ist richtig, dass mit dem Gesetz zur Bekämpfung der Abgeordnetenbestechung endlich die Grundlage für die Ratifizierung der UN Konvention gegen Korruption geschaffen wird. Die Große Koalition hat allerdings ihren Gesetzesentwurf durch die Gremien gejagt und so den Beratungsprozess unnötig verkürzt. Damit weist ihr Entwurf weiterhin Lücken auf, vor allem was die Definition der strafbaren Handlung von Abgeordneten betrifft. Daher haben wir einen Änderungsantrag zum Gesetzentwurf in den Deutschen Bundestag eingebracht. Zudem haben wir einen Gesetzentwurf in den Bundestag eingebracht, durch den die UN-Konvention ratifiziert werden soll.

Lesen Sie den Änderungsantrag hier >>>

Lesen Sie unseren Gesetzesentwurf hier >>>

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